Archive for the ‘Urheberrecht’ Category

Urheberrecht und Bibliothek nach dem 2. Korb

24. Mai 2008

Am 22.5.2008 fand eine vom Universitätsverlag organisierte Fortbildungsveranstaltung der Brandenburgischen Arbeitsgemeinschaft Information zum Thema Urheberrecht statt. Als Referent konnte Dr. jur. Eric Steinhauer (UB Magdeburg) gewonnen werden. Dr. Steinhauer erläuterte den 60 Teilnehmern zunächst die urheberrechtlichen Grundlagen und ging dann auf die bibliotheksrelevanten Neuregelungen des 2. Korbes ein. Er behandelte insbesondere die § 52 b UrhG (Elektronischer Leseplatz), § 53 a UrhG (Dokumentlieferung durch Bibliotheken) und § 137 l UrhG (unbekannte Nutzungsarten) ausführlich. Trotz der grundsätzlichen restriktiven Tendenz des Gesetzgebers, die Stellung der Urheber bzw. der Verwertungsberechtigten gegenüber den Bibliotheken zu stärken, sind nach Auffassung des Referenten durchaus auch weiterhin zumindest vorläufig noch nutzbare Handlungsspielräume für die Bibliotheken vorhanden, solange keine gefestigte obergerichtliche Rechtsprechung zu den Neuregelungen ergangen ist (kurzfristig nicht zu erwarten). In jedem Fall aber ist Open Access ein Ausweg aus der ungünstigen Gesetzeslage. Mit Aufklärung der Wissenschaftler und Erlass institutioneller Satzungen zum wissenschaftlichen Publizieren kann die Zahl der frei zugänglichen Publikationen erhöht werden. Dr. Steinhauer plädierte für einen bedacht offensiven Umgang mit dem neuen Urheberrecht zugunsten der Nutzer.
Vortragsfolien

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Online-Recht für mehr als 600 Publikationen vor 1995 an den Universitätsverlag übertragen

20. Mai 2008

Am 1. Januar 2008 ist das „Zweite Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ in Kraft getreten. Diese Änderung hat auch Auswirkungen für Wissenschaftsautoren: Nach bisheriger Rechtslage hatten Autoren für Ihre vor 1995 gedruckt erschienenen Werke das Recht auf Online-Veröffentlichung. Mit der Urheberrechtsnovelle wurde nun bestimmt, dass die Online-Rechte den Verlagen, denen ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt wurde, zufallen werden.

Um sich die generelle Möglichkeit einer Open-Access-Publikation der vor 1995 gedruckt erschienenen Werke in Zukunft offen zu halten, hatte die Universitätsbibliothek empfohlen, noch vor Inkrafttreten des Gesetzes, also bis zum 31.12.2007, dem Universitätsverlag Potsdam das einfache Recht zur Veröffentlichung dieser Werke auf dem Publikationsserver der Universität Potsdam einzuräumen.

Davon haben mehr als 40 Wissenschaftler der Universität Gebrauch gemacht und das einfache Online-Recht für über 600 vor 1995 erschienene Publikationen dem Universitätsverlag übertragen.

Die Universitätsbibliothek scannt die betreffenden Publikationen derzeit, versieht sie mit Metadaten und veröffentlicht sie im Laufe des Jahres auf dem Publikationsserver.

§ 31 a UrhG und § 137 l UrhG

Neues Modul für den Publikationsserver der Universität: CC-Lizenzen

20. Mai 2008

Beim Publizieren auf dem Publikationsserver der Universität Potsdam haben die Autoren die Möglichkeit, ihre Open Access-Dokumente mit differenzierteren Rechten zu versehen als bisher. Die Urheber können zwischen modulartig abgestuften Creative Commons-Lizenzverträgen wählen und damit bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbar machen wollen.

Indem der Autor den Umfang seiner wahrgenommenen Urheberrechte selbst definiert, bieten diese Lizenzen Rechtssicherheit für Autoren und Nutzer von Open Access-Publikationen.
http://pub.ub.uni-potsdam.de/uni/licenses.php

Beitrag zu Plagiaten in der Universitätszeitung Portal 1-3/08

20. Mai 2008

Plagiate gab es immer, in Zeiten des Open Access scheint es jedoch einfacher, geistiges Eigentum zu missbrauchen. Es geht darum, das Bewusstsein für geistiges Eigentum zu stärken.

Das Urheberrechtsgesetz wird verletzt, wenn Teile eines urheberrechtlich bzw. lizenzrechtlich geschützten Werkes anderer als eigenes Werk dargestellt wird. Von anderen Autoren verwendete Texte müssen unter Nennung der exakten Fundstelle als Zitate gekennzeichnet sein.

Im Kontext der Lehre ist ein Plagiat ein Betrugs- oder Täuschungsversuch, der einen Verstoß gegen die Prüfungsordnungen darstellt und nicht mit den ethischen Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens vereinbar ist. Um solchen Täuschungsversuchen entgegen zu treten, erwägt die Universität Potsdam die Anschaffung einer Plagiatssoftware.

Portal : Potsdamer Universitätszeitung